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Die Fakten sind klar: Differenzierte Schulsysteme sind leistungsstärker UND sozial gerechter als die Gesamtschule, wie der Blick in die empirische Bildungsforschung zeigt:

„Alle wissenschaftlichen Daten und Untersuchungen sprechen für ein mehrgliedriges Schulsystem.“ [1] Prof. Dr. Dieter Neumann, Professor für Ideengeschichte der Pädagogik Universität Lüneburg
„Selten hat mich das Ergebnis meiner Forschungen so überrascht und enttäuscht wie diesmal: Die Gesamtschule schafft unterm Strich nicht mehr Bildungsgerechtigkeit als die Schulen des gegliederten Schulsystems - entgegen ihrem Anspruch und entgegen den Hoffnungen vieler Schulreformer, denen ich mich verbunden fühle.“ [2a]

„Ein überraschendes und enttäuschendes Ergebnis ist auch, dass es die Gesamtschule nicht schafft, Kindern aus unterprivilegierten Schichten häufiger als andere Schulsysteme zu einem besseren Bildungsabschluss zu verhelfen.“ [2b]
Prof. Dr. Helmut Fend, ehem. Ordinarius für  Päd. Psychologie Universität Zürich
„Im Hinblick auf die Entwicklung des Selbstkonzeptes der Befähigung scheint die Hauptschule nicht stigmatisierend, sondern als selbstwertschützende Nische zu wirken, die für leistungsschwächere Schüler einen angemessenen und in sich geschlossenen Bezugsrahmen zur Verfügung stellt.“ [3a]

„Kinder beginnen die Schule mit sehr, sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Von der Schule zu erwarten, diese Differenzen ab dem Alter von sechs Jahren auf null zu führen, ist eine schlichte Utopie, die nur dann Wirklichkeit werden könnte, wenn man schnellere Lerner am Lernen hinderte.“
[3b]
Prof. Dr. Jürgen Baumert, Honorarprofessor für Erziehungswissenschaft Uni Berlin, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
„Wie sich bisher gezeigt hat, ist der Einfluss des Eltern-Status auf den Bildungserfolg der Kinder nirgendwo so groß wie in Berlin, Rumänien und Hamburg – und am
geringsten in Bayern.“ [4]
Prof. Dr. Wilfried Bos, Professor für Bildungsforschung Universität Dortmund
„Jedenfalls spricht die seit Jahrzehnten bekannte Faktenlage bis in die jüngste Gegenwart (ELEMENT- und LifE-Studien) für eine frühzeitige Differenzierung der Bildungswege im Sekundarschulbereich und gegen gemeinsames  Lernen nach der vierten Grundschulklasse, sofern eine optimale Begabungs- und Leistungsentwicklung aller Schüler intendiert ist.“ [5] Prof. em. Dr. Kurt A. Heller, Gründungsdirektor des 1998 an der LMU eingerichteten Masterstudiengangs "Psychology of Excellence", Lehre in Heidelberg, Bonn, Köln, München
Die Gesamtschule hat keines ihrer Versprechen eingelöst. Weder hat sie für Chancengleichheit gesorgt noch das Leistungsniveau  angehoben. Gesamtschüler sind auch nicht sozialer eingestellt als etwa Gymnasiasten.“ [6a]

„Es ist nur eine hübsche Annahme, dass mit der gleichen Schule auch die gleichen Chancen für alle geschaffen werden. Aber das ist falsch!“ [6b]
Prof. Dr. Elmar Tenorth, Professor für Wissenschaftstheorie und Erziehungswissenschaft Universität Berlin
„Gerade das sozial benachteiligte Kind bedarf, um sich aus diesem Status zu befreien, eines geradezu altmodischen, direkt angeleiteten, aber auch geduldigen und ermutigenden Unterrichts. Die Schulreformpädagogik der letzten Jahrzehnte hat entgegen ihren Beteuerungen für diese Kinder gar nichts bewirkt, wie sich jetzt herausgestellt hat.“ [7] Prof. em. Dr. Hermann Giesecke, Professor für Pädagogik und Sozialpädagogik, Universität Göttingen
„Wer also eine sechsjährige Grundschule anrät, nimmt nach allem, was wir wissen, unter den gegenwärtigen Verhältnissen billigend in Kauf, dass leistungsstärkere Schüler langsamer lernen.“ [8] Prof. Dr. Rainer Lehmann, Professor für Erziehungswissenschaft Universität Berlin
   
   


[1] Dieter Neumann, Vortrag am 15.11.2007, Quelle.
[2a] Helmut Fend, DIE ZEIT, 03.01.2008.
[2b] Helmut Fend, Stuttgarter Zeitung, 26.01.2008.
[3a] Baumert, Lehmann, u.a., TIMSS II, 1997, S. 171.
[3b] Jürgen Baumert, DER SPIEGEL, 14.06.2010.
[4] Wilfried Bos, SPIEGEL ONLINE, 18.12.2008.
[5] Kurt Heller, FAZ, 21.01.2010.
[6a] Elmar Tenorth, DIE ZEIT, 17.06.2010.
[6b] Elmar Tenorth, FOCUS, 21.03.2007.
[7] Hermann Giesecke, PISA und der pädagogische Zeitgeist, in: PISA - und die Folgen?, Centaurus Verlag, 2003, S. 122.
[8] Rainer Lehmann, DIE WELT, 05.04.2008.